Die Sollingquerung 2018 oder: Irgendwann muss jeder mal nach Dassel!

Am Sonnabend, den 3. November 2019, fand die 8. Sollingquerung statt: ein 48 km langer Ultralauf von Bad Karlshafen nach Dassel. Und Max und ich waren dabei. Jan war beruflich in Österreich, hatte ja aber ohnehin schon nach der Harzquerung angekündigt, dass er sich künftig auf die kürzeren Distanzen konzentrieren will.

Eigentlich wollten wir an diesem Lauf schon 2017 teilgenommen haben, aber als wir uns zur Anmeldung entschlossen, war er doch tatsächlich ausgebucht. So ist das mittlerweile in der Ultralaufszene: Gerade die eher kleinen und familiären Läufe sind sehr schnell belegt, und das wundert ja auch niemanden, der feststellt, wie groß das Interesse an den Ultralaufdistanzen geworden ist. 1000 Läufer bei der Harzquerung und über 1800 beim Rennsteiglauf sprechen da schon eine sehr deutliche Sprache. „Die Sollingquerung 2018 oder: Irgendwann muss jeder mal nach Dassel!“ weiterlesen

Meine Vorbereitung auf Biel – Teil 1: Das Selbst-Experiment, 3. Tag (Jürgen Schlusnus)

Sonnabend, den 12.05.2018

Heute startet der dritte Marathon in drei Tagen. Um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie sich das anfühlt, in der Nacht zu laufen, habe ich mir vorgenommen, einmal in der Vorbereitung einen langen Lauf zur Startzeit um 22 Uhr zu beginnen. Was man so alles liest! Dass nachts so viel passieren kann: Ungewohnte Geräusche, reflektierende Raubtieraugenpaare, ja sogar von Depressionen war die Rede, die aufkommen können. „Meine Vorbereitung auf Biel – Teil 1: Das Selbst-Experiment, 3. Tag (Jürgen Schlusnus)“ weiterlesen

Meine Vorbereitung auf Biel – Teil 1: Das Selbst-Experiment, 2. Tag (Jürgen Schlusnus)

Tag 2: Freitag, 11.05.2018)

Freitags muss ich nur bis 12 Uhr arbeiten. Schnell auf dem Fahrrad nach Hause, etwas essen, den Trinkrucksack bestücken und kurz ausruhen, damit es zwei Stunden nach dem Essen losgehen kann. Geplant habe ich die gleiche Runde wie gestern – diesmal allein, weil Max keine Zeit hat. Und den Fritz, unseren Laufhund, lasse ich auch lieber zu Hause, denn es ist wieder recht warm und sonnig, und das ist so recht nichts für ihn, zumal ich ja Last habe, die für mich gedachten Getränke vernünftig einzuteilen. Da kann ich nicht noch für ihn seinen Napf und zusätzliches Wasser mitnehmen …

Um 14.39 Uhr starte ich. „Meine Vorbereitung auf Biel – Teil 1: Das Selbst-Experiment, 2. Tag (Jürgen Schlusnus)“ weiterlesen

Meine Vorbereitung auf Biel – Teil 1: Das Selbst-Experiment, 1. Tag (Jürgen Schlusnus)

Am Freitag, den 08.06.2018, um 22 Uhr startet der 100 km-Lauf in Biel. Dafür bin ich seit Ende letzten Jahres angemeldet. Schon recht bald nach meinem ersten Wettkampf-Hunderter im Oktober 2017 (Taubertal 100) hatte ich für mich entschieden, den nächsten in Biel zu laufen. Man weiß das ja: „Irgendwann musst Du nach Biel!“ Und die 60. Auflage scheint doch ein ganz guter Anlass zu sein, im Mekka der Ultraläufer an den Start zu gehen.

Ursprünglich sah die Planung meines Trainings für 2018 so aus, „Meine Vorbereitung auf Biel – Teil 1: Das Selbst-Experiment, 1. Tag (Jürgen Schlusnus)“ weiterlesen

Die Harzquerung 2018: Ein Lauf in und durch das Glück!

Ein altes chinesisches Sprichwort lautet:

Willst du einen Tag lang glücklich sein, betrinke dich!
Willst du eine Woche lang glücklich sein, verliebe dich!
Willst du ein Leben lang glücklich sein, heirate eine Gärtnerin!

Zu meinem Glück habe ich dieses Sprichwort früh genug kennengelernt: Ich habe mich in eine Gärtnerin verliebt und sie geheiratet. Das war vor 30 Jahren, und das Glück besteht.

Aber hier geht es ums Laufen – ums Ultralaufen. Und nach dem Erlebnis der Harzquerung am 28. April 2018 erlaube ich mir, das Sprichwort läuferisch ein wenig umzuwandeln:

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38. AOK-Winterlaufserie Bremen – Lauf zwei (Max Schlusnus)

Es ist Sonntag, der 04. Februar 2018. Endlich geht das neue Jahr voller Wettkämpfe auch für mich los. Nachdem ich an dem ersten Lauf der Bremer Winterlaufserie im Januar nicht teilnehmen konnte, freut mich das heutige Ereignis umso mehr. Die Serie besteht aus drei Läufen, die sich auf den Zeitraum von Januar bis März erstrecken. Man kann zwischen der kleinen und der großen Serie, aber auch zwischen Einzelläufen verschiedener Distanzen wählen. Bei der kleinen Serie sind drei 10-km-Läufe angesetzt. Wählt man die große Serie, so steht im Januar ein 10-km-Lauf an, gefolgt von 15 km im Februar und 20 km im März.

Papa, Jan und ich sind (natürlich) für die große Serie angemeldet. „38. AOK-Winterlaufserie Bremen – Lauf zwei (Max Schlusnus)“ weiterlesen

3. 6 h-Lauf in Harsefeld (Max Schlusnus)

 

Nach einem Jahr voller Wettkämpfe wollten wir (Jan, Papa und ich) noch einmal an einem 6 h-Lauf teilnehmen. Noch einmal ist gut, denn für Jan sollte es der erste Ultra überhaupt werden. Papa hat Anfang des Jahres schon voller Euphorie viele interessante Läufe in der Gegend, aber gefühlt auch in ganz Deutschland herausgesucht. Bei der Recherche stieß Papa auch auf den 6 h-Lauf in Harsefeld. Im Oktober entschieden wir uns schließlich, uns für den Lauf anzumelden. Dass Nachmeldungen nicht möglich waren, bestärkte unser Vorgehen zusätzlich.

Eine richtige Vorbereitung konnte keiner von uns absolvieren. „3. 6 h-Lauf in Harsefeld (Max Schlusnus)“ weiterlesen

Der erste Ultramarathon-Wettkampf: Die Harzquerung 2017

Donnerstag, 27. April 2017

Hundert Marathon- oder Ultramarathonläufe sollen es werden in den nächsten zehn Jahren: Nachdem Max und ich bereits im Februar dieses Jahres einen Lauf jenseits der 42,195 km absolviert haben (ein Bericht darüber steht noch aus), folgt am nächsten Wochenende der zweite, der zugleich der erste Ultra-Wettkampf ist: die Harzquerung von Wernigerode nach Nordhausen über 51 km und 1.360 Höhenmeter.

Nachdem wir im Herbst 2016 den Hannover-Marathon ins Auge gefasst hatten, kam ich auf die Harzquerung, weil eine Freundin davon berichtete, dass ihr Mann dort so ziemlich jedes Jahr mitläuft. Ich informierte mich und fand den Lauf – sehr herausfordernd. Höhenmeter sind ja etwas, was man, wenn man in Stuckenborstel lebt, allenfalls von Autobahn- oder Bahnbrücken kennt, und Niedersachsen, die etwas weiter südlich wohnen, schmunzeln schon, wenn wir von unserem „Autobahnberg“ sprechen. Aber: Herausforderungen sind dafür da, angenommen zu werden, und auch wenn ich uns eigentlich erst nach dem Marathon für die Harzquerung anmelden wollte, so gingen doch im Enthusiasmus der Anmeldung in Hannover die Pferde mit mir durch. Kurze Rückfrage bei Max – kurze Antwort: „Klar, machen wir!“ „Der erste Ultramarathon-Wettkampf: Die Harzquerung 2017“ weiterlesen

1. Marathon am 09.04.2017 in Hannover – Max und Jürgen

Entstanden ist die Idee, an einem Marathon teilzunehmen, ganz konkret beim Kaffeetrinken am Nachmittag des 02. Oktober 2016. Morgens sind Max und ich den Halbmarathon in Bremen gelaufen. Eine Woche zuvor haben wir bei einem plötzlichen Einbruch des Hochsommers den Halbmarathon in Zeven mit Müh und Not und dicht am Sonnenstich hinter uns gebracht. Die Hitze und die für norddeutsche Verhältnisse doch ganz schön profilierte Strecke hatten dafür gesorgt, dass wir unserem Start eine Woche später in Bremen mit einiger Sorge entgegen sahen. Bis zum Tag vor dem Rennen spürten wir die Anstrengung in den Knochen, aber am Sonntag, als wir mit den über 2.000 Starten vor dem Dom standen und auf den Startschuss warteten, war all das wie weggeblasen. Auch die Temperaturen waren wieder der Jahreszeit angemessen, und es wurde ein toller Lauf mit zwei emotionalen Höhepunkten: die Schlachte, wo die Menschenmassen wie bei der Tour de France ganz dicht an der Strecke standen und die Läufer vorwärtspeitschten (und wo Jan, der leider immer noch verletzt war und nicht mitlaufen konnte, Fotos von uns machte) zum einen, das Weserstadion, durch das die Strecke ein paar Kilometer später führte, zum anderen. Wir waren so euphorisiert, dass der Gedanke wohl schon am Nachmittag beim Kaffee geäußert wurde: „Und im nächsten Jahr laufen wir einen Marathon!“ „1. Marathon am 09.04.2017 in Hannover – Max und Jürgen“ weiterlesen

Unsäglich! Eine Rezension zu Denis Wischniewski: Trail-Run. Alles übers Laufen im Gelände.

Heute ist passiert, was noch nie passiert ist: Ich schicke ein bestelltes Buch zurück.
Als aktiver Marathon- und demnächst Ultraläufer lese ich so einiges, was mir über unser Hobby zwischen die Finger kommt. Und naturgemäß gibt es da – wie immer und überall – Licht und Schatten. Aber so einen Mist habe ich wirklich nur ganz selten übers Laufen gelesen. Wer erwartet, mit diesem Buch auch nur ein paar sinnvolle Informationen zu erhalten, wird relativ schnell eines besseren belehrt. Da hat jemand entdeckt, dass Trailrunning ein Trend ist, und mit Trends kann man Geld verdienen, also setzt der gute Mann sich hin und füllt ein Buch darüber mit seichten Belanglosigkeiten. Die Quintessenz des Buches lautet: Lieber Läufer, es kommt immer auf dein Gefühl an!
Ein paar Kostproben? Ich schlage wahllos ein paar Seiten auf und zitiere die Allgemeinplätze:
„Für Einsteiger gilt: Um Fortschritte auf dem Trail zu machen, solltest du auch auf dem Trail trainieren.“ (S. 55)
„Muskelkater und Verspannungen kennt jeder nach einem harten Training. Solltest du diese Nachwirkungen jedoch noch Tage später merken oder viel intensiver als sonst, kann es sein, dass du übertrieben hast.“ (S. 95)
„Fragst du dich, welche Lauftechnik die richtige für dich ist? Lass deinen Körper entscheiden und laufe so, dass du dich dabei wohlfühlst.“ (S. 39)
Bergablaufen: „Immer wenn es geht – nach vorn lehnen. Das verlängert den Schritt automatisch und löst deine innere Bremse! Auf sehr steilen Abschnitten dagegen erhöht es die Sicherheit, wenn du dich zurücklehnst – entscheide das am besten immer wieder individuell und nach Gefühl.“ (S. 40) „Unsäglich! Eine Rezension zu Denis Wischniewski: Trail-Run. Alles übers Laufen im Gelände.“ weiterlesen