Schloss Marienburg Marathon 2018 (Jan Schlusnus)

Leben ist, was uns zustösst, während wir uns etwas ganz anderes vorgenommen haben. Dieses geflügelte Zitat von Henry Miller umschreibt doch ganz gut, was mit langfristig gesetzten Plänen und Strukturen üblicherweise passiert. Schon vor einigen Monaten war für mich die Entscheidung gefallen, dass ich mich in meinen jungen Jahren noch etwas auf meine Bestzeiten auf der Kurzstrecke konzentrieren möchte und ich mich hierfür aus dem Laufen auf der Langstrecke vorerst zurückziehe. Der Berlin-Marathon 2018 sollte mein letzter Marathon sein. Und obwohl der Plan lange fest stand, kam es anders… nach dem Berlin-Marathon übernahmen Arbeit und Erkältungen das Ruder und das bisher so erfolgreiche, schöne Laufjahr schien kein schönes Ende nehmen zu wollen. Ein paar Wochen vor dem Zehn-Kilometer-Lauf in Oldenburg – der lang ersehnte erste Versuch meine Bestzeit zu knacken – schüttelte mich eine hartnäckige Erkältung und die Bestzeit  schien mir in unerreichbarer Ferne. Um die Saison nicht mit einer Enttäuschung abzuschließen und um noch einmal an einem schönen Schlusnus-Langstreckenlauf teilzunehmen, meldeten Papa und ich uns zum Schloss Marienburg Marathon 2018 an.

Zwischen der Anmeldung zum Lauf und der Veranstaltung selbst blieb meine Zeit zum Trainieren leider weiter rar. Und ehe ich mich versah, war das Marathon-Wochenende auch schon da. Große Vorfreude mischte sich mit einer gewissen Dosis Skepsis: bin ich noch oder schon wieder fit genug?

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BMW Berlin-Marathon 2018 (Jan Schlusnus)

Lange ist’s her, dass ich mich für diesen Lauf angemeldet habe: am 18. Oktober 2017 animierte mich eine Lauffreundin, mein Losglück beim Berlin-Marathon 2018 zu versuchen. An diesem Tag war ich noch Marathon-unerfahren und dachte: „Warum eigentlich nicht? Einmal sollte man doch an so einer Großveranstaltung teilgenommen haben…“ Von der spontanen Entscheidung bis zum absolvierten Lauf ist’s ein fast elf Monate dauernder Weg. Aber nun ist es geschafft und ich kann von der bisher größten Laufveranstaltung meines Läuferlebens berichten: „BMW Berlin-Marathon 2018 (Jan Schlusnus)“ weiterlesen

Vom Träumen (Jan Schlusnus)

Kennt ihr das? Man schlendert gemütlich durch die Welt, schaut verträumt um sich und irgendwann rumpelt ein Gedanke ins Geschehen. So ein Gedanke beginnt gerne mit „Wäre es nicht total abgefahren, wenn ich…“ und wird gefolgt von einer Tätigkeit, die oft so gar nicht alltäglich ist. Bei mir war das vor ein paar Jahren der Fall, als ich vom beschaulichen Dörfchen Stuckenborstel nach Bremen zog. Damals radelte ich erstmals quer durch Bremen über Borgfeld und Fischerhude durch die Wümme-Wiesen bis nach Stuckenborstel. Etwa 40 Kilometer beträgt die Strecke und ich dachte so bei mir: „Wäre es nicht total abgefahren, wenn ich die Strecke mal laufe?“

Zu diesem Zeitpunkt entstand ein Traum, den ich immer brav mit mir herum getragen habe. Bis ich am 04. August feststellte: am 16. September 2018 laufe ich meinen vorerst letzten Marathon. Danach möchte ich mich auf die Kurzstrecke über fünf und zehn Kilometer konzentrieren und sehen, wie weit ich meine Bestzeit drücken kann. Bis auf Weiteres ist die jetzige Marathon-Vorbereitung also die letzte. Wer weiß, wo ich lebe, wenn ich die Nase voll habe vom Rennen auf der Kurzstrecke. Möglicherweise nicht mehr in so wunderbarer Laufreichweite nach Stuckenborstel. Also tat ich, was zu tun war: ich arrangierte kurzfristig alles Notwendige, um am 05. August meinen Trainingslauf auf der Radstrecke Bremen – Stucki zu laufen. „Vom Träumen (Jan Schlusnus)“ weiterlesen

HAJ Hannover Marathon 2018 (Jan Schlusnus)

„Lauf‘ einen Marathon“, haben sie gesagt. „Das macht Spaß“, haben sie gesagt. Aber in der Vorbereitung auf den Marathon hatte ich nicht immer Spaß. Im Gegenteil. Zeitweise hatte ich doch arge Zweifel, worauf ich mich da eingelassen habe: blutige Füße, fiese Druckstellen, schmerzende Gelenke, zeitintensive Trainingseinheiten… viele Probleme, die überwunden werden wollten. Erst in den letzten Wochen Intensiv-Vorbereitung wächst in mir eine vorsichtige Zuversicht.

Aber lohnt sich das? Vier Monate Vorbereitung für einen Lauf? „HAJ Hannover Marathon 2018 (Jan Schlusnus)“ weiterlesen

Die Woche des Marathons (Jan Schlusnus)

Es ist soweit. Die Wettkampf-Woche hat begonnen. Am Sonntag um 09:15 Uhr geht’s rund: wir drei Schlusnus-Männer stehen an der Start-Linie in Hannover und bestreiten den ersten Marathon-Wettkampf des Jahres. Nach zehn Wochen Vor-Vorbereitung und sechs Wochen Intensiv-Vorbereitung steigen nun – zumindest was mich betrifft – Vorfreude und Aufregung in gleichem Maße. Immerhin stecken in den letzten vier Monaten nicht nur eine Menge Trainingszeit und mehr Höhen und Tiefen, als ich es mir hätte Ausmalen können; es flossen auch eine Menge Schweiß, ein bisschen Blut und vielleicht auch ein oder zwei sportlich-männliche Tränen.

Haben sich die Mühen und Entbehrungen gelohnt? Das lässt sich im Vorfeld kaum vorhersagen. Erst der Sonntag kann wirklich zeigen, was all das Training gebracht hat. Der letzte Intensiv-Trainingslauf am 24. März 2018 hat mich aber unverhofft weitere Zuversicht tanken lassen. An jenem Sonnabend liefen Jürgen, Max, Fritz und ich 35 Kilometer mit sage und schreibe 15 Kilometern Endbeschleunigung! „Die Woche des Marathons (Jan Schlusnus)“ weiterlesen

Sechs-Stunden-Lauf Münster 2018 (Jan Schlusnus)

Nachdem wir Schlusnüsse am letzten Wochenende nach längerer Erkältungspause von Jürgen endlich wieder als Trio auftreten konnten, waren wir an diesem Wochenende leider wieder nur zu zweit unterwegs. Max muss mit Fieber und Husten das Bett hüten. Sehr schade, denn er hat einen wirklich schönen Tag beim größten Sechs-Stunden-Lauf der Welt verpasst. „Sechs-Stunden-Lauf Münster 2018 (Jan Schlusnus)“ weiterlesen

38. AOK-Winterlaufserie – Lauf drei (Jan Schlusnus)

Heute hat das große Finale der Bremer Winterlaufserie im Bürgerpark stattgefunden. Nachdem die Krankheitswelle in den letzten Wochen um sich griff und ein fieser Husten plus Fieber Jürgen für zwei Wochen vom Laufen abhielt, sind wir Lauffreunde sehr froh, die heutigen 20 Kilometer letztlich doch alle gemeinsam absolviert zu haben. „38. AOK-Winterlaufserie – Lauf drei (Jan Schlusnus)“ weiterlesen

Es geht voran (Jan Schlusnus)

Letztes Wochenende haben Max, Jürgen und ich unseren ersten gemeinsamen 35-Kilometer-Lauf mit Endbeschleunigung absolviert. Zugegeben: Max und Jürgen laufen die 35 Kilometer wacker seit es der Vor-Vorbereitungsplan vorsieht – ich bin wegen meiner gezwungenen Schonzeit aber stets bei 30 Kilometern ausgestiegen. Bis zum letzten Wochenende. Da haben wir die volle Distanz gemeinsam durchgezogen. Ohne zeitliche Vorgabe, aber mit drei Kilometern Endbeschleunigung. Und eins sei gesagt: nach 32 Kilometern kostet es viel Überwindung, das Tempo noch einmal auf Maximum anzuziehen!

Nun ging unser Marathon-Vorbereitungsplan Anfang der Woche in die heiße Phase über. Fünf Trainingsläufe wollen pro Woche absolviert werden. Der Anspruch steigt von Woche zu Woche. Und der wichtigste Lauf erwartet uns jedes Wochenende – soweit möglich am Sonnabend. Die 35er laufen wir gewöhnlich zusammen und manchmal begleitet Lotti uns mit dem Fahrrad. Nun, da die Vorbereitung richtig beginnt, bekommt der 35er-Sonnabend einen ganz neuen Beigeschmack: es gibt eine Tempovorgabe und jede Woche wird die Endbeschleunigung länger. „Es geht voran (Jan Schlusnus)“ weiterlesen

Nicht von dieser Welt (Jan Schlusnus)

Kennt Ihr das? Die Marathon-Vorvorbereitung neigt sich dem Ende zu und die richtige Vorbereitung steht kurz bevor. Man läuft und läuft, aber so recht wissen, was man im Blog erzählen soll, tut man nicht. Während der langen Trainingsläufe am Wochenende passiert natürlich eine ganze Menge, aber erzählenswert ist das nicht unbedingt. Kurz habe ich überlegt, ob ich auf meine Ausbildung zurückgreifen muss. Als gelernter Bankkaufmann darf ich nämlich auf einige phänomenalen Vorteile und Stärken zurückgreifen: einerseits haben wir Bankkaufleute das Recht, selbst bei simpelsten Rechenaufgaben wie „7 + 8“ den Taschenrechner zu Rate zu ziehen. Weiterhin – und das ist entscheidend – lernten wir in drei Jahren, Gesprächspausen geschickt mit ausgeschmückten Lappalien zu füllen. Selbstverständlich haben wir in der Ausbildung weit mehr gelernt und die Reduktion des Berufs auf diese zwei Attribute klingt vielleicht ein bisschen fies den Bankkaufleuten gegenüber, ist aber überhaupt nicht so gemeint. Auf meine Ausbildung und die in dieser Zeit angehäufte Erfahrung bin ich sehr stolz. Und die Fähigkeit, bei jeder Gelegenheit gescheit zu palavern, leistet mir immer wieder gute Dienste.

Und doch muss ich in dieser wenig aufregenden Zeit nicht auf die Kraft des Sabbelns zurückgreifen. Denn in der letzten Woche absolvierten wir einen der eigentlich „unspektakulären“ Trainingsläufe, der rückblickend betrachtet tatsächlich diverse Rekorde bricht. „Nicht von dieser Welt (Jan Schlusnus)“ weiterlesen

Der Weseruferpark bei Nacht (Jan Schlusnus)

Als (angehender) Langstrecken-Läufer muss man sich manchen Menschen gegenüber manchmal rechtfertigen, was der Antrieb zum Laufen solcher Distanzen ist. „Laufen ist doch furchtbar langweilig!“, bekommt man in solchen Gesprächen immer wieder aufgetischt… Auf die ganze Diskussion möchte ich gar nicht eingehen. Ich liefer‘ heute den Beweis, dass Laufen und Läufer keineswegs langweilig sind.

20180111-Hundejagd-Strecke
… was zur Hölle?!

Schaut man sich diesen Streckenverlauf an, fragt man sich wahrscheinlich zwangsläufig: „Was ist denn nun wieder in Jan gefahren?!“ Um das vorweg zu nehmen: nein, ich bin nicht auf Drogen Laufen gewesen. Nein, mich hat unterwegs nicht die Langeweile gepackt. Nein, quer über die Wiese in merkwürdigen Schleifen und mit kleinen Haken zu spurten ist nicht Teil meines Trainingsplans.

Wahrscheinlich finden nicht alle Beteiligten diese Geschichte so lustig wie ich, aber ich erzähle sie Euch trotzdem. Die Geschichte ist temporeich und handelt von Hilfsbereitschaft, Verspieltheit, Verzweiflung und einem furiosen finalen Ringkampf mit einem hartnäckigen Widersacher. Das passt nicht zusammen? Oh doch, ich beweise es Euch: „Der Weseruferpark bei Nacht (Jan Schlusnus)“ weiterlesen