Meine Vorbereitung auf Biel – Teil 1: Das Selbst-Experiment, 2. Tag (Jürgen Schlusnus)

Tag 2: Freitag, 11.05.2018)

Freitags muss ich nur bis 12 Uhr arbeiten. Schnell auf dem Fahrrad nach Hause, etwas essen, den Trinkrucksack bestücken und kurz ausruhen, damit es zwei Stunden nach dem Essen losgehen kann. Geplant habe ich die gleiche Runde wie gestern – diesmal allein, weil Max keine Zeit hat. Und den Fritz, unseren Laufhund, lasse ich auch lieber zu Hause, denn es ist wieder recht warm und sonnig, und das ist so recht nichts für ihn, zumal ich ja Last habe, die für mich gedachten Getränke vernünftig einzuteilen. Da kann ich nicht noch für ihn seinen Napf und zusätzliches Wasser mitnehmen …

Um 14.39 Uhr starte ich. Jan und Charlotte haben einen freien Tag und sitzen unterm Sonnenschirm und schauen mir zu, wie ich den Rucksack aufsetze und mich guter Dinge auf den Weg mache.

Heute kenne ich die Strecke und weiß, wo die Lauf-App gestern hakte. Ich spare mir so den einen und den anderen Meter. Und ich spare mir die eine oder andere Pause und laufe langsam und gleichmäßig mein angestrebtes Wettkampftempo. Hatte ich es schon erwähnt? Beim Taubertal 100 war ich nach 11:37 Std. im Ziel, für Biel strebe ich eine Zeit von 11:15 Std. an. Das entspricht einem Kilometerschnitt von 6:45 min.

Laufen lässt sich das Tempo problemlos – auch mit müden Beinen. Aber die Pause in Grasberg, die ich bewusst kurz halte, reißt den Schnitt doch wieder nach unten. Mit Jan habe ich mich bei der Moorhexe in Wümmingen verabredet, er war sich noch nicht ganz sicher, ob er ab dort mitläuft oder doch nur ein alkoholfreies Krombacher anreicht. Hinter Grasberg stelle ich fest, dass ich gut im Zeitplan bin und schreibe ihm per WhatsApp (auch die Smartphone-Bedienung im Gehen und ohne Brille kostet Zeit und senkt das Tempo), dass ich eine gute Viertelstunde früher da sein werde.

Und als ich auf der langen Geraden vor der Moorhexe bin, da sehe ich Jan und Charlotte auf dem Fußweg auf mich warten. Der Gedanke an ein schönes Bierchen lässt die Schritte länger werden. Außerdem hat Jan seine Videokamera auf ein Stativ gestellt, um mich zu filmen. Das hat in zweierlei Hinsicht positive Auswirkungen: 1. Ich versuche, eine gute Figur zu machen, und laufe so aufrecht und entspannt lächelnd wie ich nur kann. 2. Die Autos fahren deutlich langsamer, denn eine Kamera ist der Feind des Schnellfahrers.

Charlotte reicht mir ein schönes kühles Bier. Die Bambusen haben sich überlegt, ob sie mir einen Schabernack spielen sollen. Sie wollten mir ein Bier mit Alkohol anreichen und sehen, wie ich reagiere. Als wenn ich nicht auch noch nach 40 km auf das Etikett schauen würde …

0,5 Liter – das ist natürlich eine ganze Menge Flüssigkeit und vor allem eine ganze Menge Kohlensäure. Aber es zischt und erfrischt, und ich laufe weiter, während die Kohlensäure aus dem Körper entweicht, wie gestern auf Ottersberg zu und durch die Wümmewiesen nach Hause, wo ich nach 46,41 km und 5:17:53 Std. ankomme. Geschafft, der zweite Marathon hintereinander! Ich bin zuversichtlich, dass es morgen nun auch mit dem dritten klappen wird, der ja in der Nacht stattfinden soll.

 

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