HAJ Hannover Marathon 2018 (Jan Schlusnus)

„Lauf‘ einen Marathon“, haben sie gesagt. „Das macht Spaß“, haben sie gesagt. Aber in der Vorbereitung auf den Marathon hatte ich nicht immer Spaß. Im Gegenteil. Zeitweise hatte ich doch arge Zweifel, worauf ich mich da eingelassen habe: blutige Füße, fiese Druckstellen, schmerzende Gelenke, zeitintensive Trainingseinheiten… viele Probleme, die überwunden werden wollten. Erst in den letzten Wochen Intensiv-Vorbereitung wächst in mir eine vorsichtige Zuversicht.

Aber lohnt sich das? Vier Monate Vorbereitung für einen Lauf?


Sonnabend, 07. April 2018 – Hannover

Mit dem Zug brechen wir zur Mittagszeit in Ottersberg auf. Über Bremen geht es nach Hannover. Wir sind an diesem Wochenende zu sechst unterwegs: Charlotte und Christiane begleiten und unterstützen uns, Max, Jürgen und ich sind für den Marathon gemeldet und Heike gibt ihr Halbmarathon-Debüt.

Schon eine Woche vor dem Marathon haben wir den Wetterbericht kontrolliert und waren schockiert. Das Marathon-Wochenende soll sehr warm und sonnig werden. Natürlich freuen wir uns auf den einkehrenden Frühling, aber muss ausgerechnet dieses Wochenende schlagartig so warm werden? Max und Jürgen kamen im Vorjahr in die gleiche Situation und kämpften sehr mit der Hitze. Nachdem der Körper die ganze Vorbereitungszeit mit Temperaturen rund um den Gefrierpunkt gearbeitet hat, ist er ganz und gar nicht auf so einen plötzlichen Sprung vorbereitet. Entsprechend hofften wir, dass der Wetterbericht eine Woche im Vorfeld unpräzise ist und die Temperaturen milder sein würden. Aber den Gefallen tut man uns nicht. Am Sonnabend scheint die Sonne und man kann beinahe von T-Shirt-Wetter sprechen. Oh oh oh…

In Hannover angekommen, beziehen wir unsere Hotelzimmer und spazieren dann zum neuen Rathaus. Dort ist in einem großen Event-Zelt die Messe und die Startnummern-Ausgabe untergebracht. Im Nu und völlig ohne Probleme haben wir alle Startunterlagen beisammen und können uns dem fröhlichen Messe-Gewusel widmen. Im letzten Jahr hat Jürgen sich hier seine GPS-Uhr gekauft. Max nimmt sich das zum Vorbild und unterhält sich mit dem Vertreter am Polar-Messestand. Dieser hört sich Max Anforderungen an die gewünschte Uhr an und gibt dann etwas verlegen zu: „Für lange Ultraläufe reichen die Polar-Akkus nicht aus… da musst du entweder zwischendurch die Uhr laden oder in den sauren Apfel beißen und dir die Garmin fenix 3 kaufen.“ Recht hat er. Der Akku meiner Garmin fenix 3 hat mich noch nie im Stich gelassen.

Nachdem wir ausgiebig alle Messestände besichtigt und ein alkoholfreies Bier getankt haben, verlassen wir das Zelt und begeben uns in die Fußgängerzone. Dort haben wir wohlweislich einen Tisch reserviert; wenn zusätzlich über 10.000 Läufer die Stadt bevölkern, wird es in den Restaurants ruckzuck voll.

Bei Tisch steigt meine Aufregung kontinuierlich. So aufgeregt war ich im Vorfeld eines Laufs vermutlich zuletzt mit zwölf. Und auch wenn Alkohol der Kondition nicht zuträglich ist, bestelle ich mir ein Weizenbier zum Essen. Das hilft ein wenig. Trotzdem bleibt mir die Aufregung erhalten. Ich schaffe nicht einmal, meine Pizza aufzuessen. Ein seltenes Phänomen. Max und Jürgen zeigen sich deutlich geerdeter. Da sieht man die Lauferfahrung.

Nach dem Essen überlegen wir kurz, ob wir unseren Tisch an den Meistbietenden verkaufen, entscheiden uns dann aber dagegen. Möge der Schnellste den frei gewordenen Platz für sich und seine Laufkumpanen ergattern. Uns Jungs zieht es nun zurück ins Hotel. Jeder möchte etwas Zeit für sich und sich den Vor-Wettkampf-Ritualen widmen. Heike und Lotti wollen die Stadt noch ein wenig unsicher machen.

 

Sonntag, 08. April 2018 – Hannover

Diese Nacht habe ich nicht besonders viel geschlafen. Ich teile mir das Zimmer mit Lotti. Die kommt recht früh von ihrer Stadttour wieder, macht sich schnell bettfertig und schläft ebenso schnell ein. Beneidenswert. Ich finde keinen Schlaf. Bis Mitternacht lausche ich den gedämpften, aber trotzdem gut hörbaren Bässen einer Diskothek. Irgendwann dämmere ich zu einem Rihanna- / Dua Lipa- / Sia-Remix weg, nur um kurze Zeit später von irgendeinem Höllenlärm geweckt zu werden. Was den Höllenlärm verursacht, weiß ich nicht. Ich bin zu faul, um aufzustehen und nachzuschauen. Es klingt aber, als würde ein Kind mit dem Gaspedal eines laufenden LKW spielen, während hinten auf der Ladefläche ein Mann sein Laubgebläse ausprobiert und ein zweiter Mann den LKW mit seiner getunten Mofa umkreist. Ein infernalischer Krach, der etwa eine halbe Stunde anhält und dann verstummt. Ich dämmere wieder weg und balanciere auf dem Grat zwischen Schlaf und Wachsein.

Um 05:50 Uhr klingelt mein Wecker. Keine Ahnung, wann ich mich zuletzt so sehr über das Klingeln des Weckers gefreut habe. Ich glaube: nie. Mit einem Satz bin ich auf den Beinen, schlüpfe in meine bereitgelegten Sportklamotten und verlasse mein Zimmer. Auf dem Flur laufe ich direkt Max in die Arme. Wir sammeln Jürgen ein und gehen zum Frühstück. Auch jetzt ist mein Appetit… verhalten. Regel Nummer eins beim Essen vor dem Wettkampf: nicht ausflippen. Halt‘ dich an das, was dein Magen kennt. Also mümmel‘ ich gemütlich mein Nutella-Brot (was gut für die deutsche Fußball-National-Mannschaft ist, ist auch gut für mich) und trinke meinen Orangensaft. Ob das genug Kohlenhydrate gibt, weiß ich nicht. Ich hoffe es.

Wir verabreden uns für 08:15 Uhr und jeder trifft für sich die letzten Vorbereitungen: Zähne putzen, Outfit vervollständigen, Gepäck nochmal kontrollieren, bisschen Dummtüch machen… Um 07:30 Uhr bin ich hibbelig-aufgeregt-nervös und mache Lotti mit meinem Auf- und Abgelaufe verrückt. Um 08:00 Uhr schmeißt Lotti mich aus dem Zimmer. Dort turnt bereits ein gleichermaßen hibbelig-aufgeregt-nervöser Max, der von Heike aus dem Zimmer geworfen wurde. Wir klopfen bei Jürgen. Der ist auch schon fertig, also schießen wir noch schnell ein wackeliges Vor-dem-Lauf-Foto zusammen mit Heike und machen uns dann auf den Weg zum Start.

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Draußen ist es unglaublich warm. Die Sonne lacht und überall wuseln Läufer umher. Unser aller Aufregung schwingt zu purer Vorfreude um. Wir beratschlagen kurz, was die taktisch klügste Klamotten-Wahl ist. Extra für den Marathon haben wir uns mit nagelneuen Lauffreunde-Schlusnus-Shirts in allen Variationen eingedeckt: Trägerhemd, Shirt und Jacke sind in unserem Repertoire. Ich entscheide mich für meine kurze Lauftights, das Trägerhemd und mein Kopftuch.

Nach kurzem Einlaufen begeben wir uns zu unserem Startblock, wünschen einander viel Glück, klatschen ab und positionieren uns. Jürgen und Max haben sich im Vorfeld eine Zielzeit gesucht. Da es mein erster Marathon-Wettkampf ist, habe ich mich auf keine Zeit festgelegt. Jürgen strebt an, in 03:40 Stunden das Ziel zu erreichen. Max möchte die 03:30 Stunden knacken. Meine „Strategie“ sieht vor, erstmal ein Stück mit Max zusammen zu laufen und gegebenenfalls dann mein eigenes Tempo zu finden.

Dann geht alles ganz schnell. Es wird von zehn hinunter gezählt, ein Pistolenschuss ertönt und das Läuferfeld setzt sich allmählich in Bewegung. In der Anfangsphase liegt die größte Gefahr beim Marathon. Wer sich in der Starteuphorie nicht bremsen kann und zu schnell losläuft, der wird sich am Ende des Laufs unnötig quälen. Max und ich bremsen einander auf ein angenehmes Tempo. Bei der ersten Kilometermarke sind wir irritiert: Max, weil seine Uhr ihm anzeigt, dass wir gerade mal vier Minuten unterwegs sind. Ich, weil meine Uhr sagt, dass der Kilometer gar nicht voll ist. Auch die folgenden Kilometermarken scheinen unpräzise gesetzt worden zu sein. Wir verlassen uns also zur Findung des Tempos auf meine GPS-Uhr. Das klappt auch ganz prima und so laufen wir entspannt am Maschsee entlang. Nach der Geraden am Maschsee wird unser Umfeld immer ländlicher. Erst durchlaufen wir ein Kleingärtner-Gebiet und plötzlich sind wir mitten in der Natur. Wir sind erst bei Kilometer sechs und um uns herum verlassen die Läufer in Scharen die Strecke, um noch schnell an einen Baum, Busch oder in eine Auffahrt zu pinkeln. Ich bin irritiert und muss an den „Marathon der inkontinenten Männer“ von Monty Python denken.

Nach acht Kilometern führt uns die Strecke zurück in die Stadt. Hier laufen wir auf der gefürchteten Hildesheimer Straße. Dieser Abschnitt kennzeichnet sich durch die lange Gerade, die frustrieren kann, weil man mitunter das Gefühl hat, einfach nicht vorwärts zu kommen. Man bewegt sich auf nichts zu. Für uns ist das überhaupt kein Problem. Wir sind richtig gut drauf und freuen uns über jede Musikgruppe und die gute Stimmung unter den Zuschauern.

Bei Kilometer 13 sehen wir zum ersten Mal Charlotte, Christiane und Heike an der Strecke. Der Halbmarathon-Start ist erst ab 10:45 Uhr, darum kann Heike uns auch noch kurz anfeuern.

Ein besonderer Laufmoment spielt sich bei Kilometer 17 ab. Hier sehen wir die Führungsgruppe des Marathons auf ihrer Jagd nach dem ersten Platz auf dem Treppchen. Das Tempo dieser Athleten ist beeindruckend. Während wir uns erst bist Kilometer 17 vorgekämpft haben, ist die Führungsgruppe gerade dabei, den 27. Kilometer abzuschließen. Wahnsinn!

Beim Überqueren der Zwischenzeit-Matte für die Halbmarathon-Distanz beginne ich mir die Frage zu stellen, ob ich das Tempo wohl durchlaufen kann. Wahrscheinlich sollte man darüber überhaupt nicht nachdenken und einfach nur laufen. Max meint derweil zu mir, von nun an würden die Kilometer immer kürzer werden. Ich schaue ihn irritiert an und er korrigiert: „Ähh… ich meine, die Restkilometer werden immer weniger.“ Das stimmt. Die Hälfte ist geschafft. Noch ein Halbmarathon, dann sind wir im Ziel. Aber aus irgendeinem Grund hält sich meine Euphorie über diese Erkenntnis in Grenzen.

Nach 25 Kilometern beratschlagen wir uns über die weitere Lauftaktik. Die Theorie sieht vor, dass man ab Kilometer 30 ein bisschen schneller werden sollte. Aber mittlerweile brennt die Sonne ganz gut vom Himmel und wir sind ganz ordentlich heiß gelaufen. Max strebt keine Beschleunigung ab Kilometer 30 an und ich bin froh darüber.

Kurze Zeit später preschen die ersten Halbmarathon-Läufer an uns vorbei. Die Begleiter auf den Fahrrädern machen einen hervorragenden Job und sorgen für eine freie Strecke. Als das Begleitfahrrad der ersten Frau an uns vorbei fährt, machen alle Platz… nur ein Läufer nicht. Keine Ahnung, was ihm durch den Kopf geht, aber anstatt den Anweisungen zu folgen oder es den anderen Läufern gleich zu tun, sprang er der Läuferin und einem weiteren Läufer vor die Füße. Eine sehr brenzlige Situation, die gerade so ohne Sturz über die Bühne geht. Die normale Läufer-Fairness hätte verlangt, dass er sich bei der Läuferin und dem anderen Läufer entschuldigt oder wenigstens seinen Fehler einsieht. Stattdessen fängt er wie wild an zu schimpfen und zu gestikulieren. Ich schäme mich für ihn und wünschte, ich hätte Luft für eine zünftige Diskussion.

Etwa bei Kilometer 33 treffen wir wieder Charlotte und Christiane. Ich laufe hier schon sehr fokussiert und auch Max merkt man langsam an, dass so ein Marathon an den Kräften zehrt. Zu allem Überfluss scheint es auf der Strecke überhaupt keinen Schatten mehr zu geben. Dem Wasserverlust durch die Hitze konnten wir bislang ganz gut mit ein paar Schlücken Wasser an den Verpflegungsständen entgegen wirken, doch langsam zeichnete sich auch der Mineralienverlust ab. Für diesen Fall hat Jürgen uns alle mit einer Salztablette ausgestattet; klingt ekelig, wirkt aber Wunder! Max nimmt diese Tablette etwa bei Kilometer 35 zu sich.

Seit dem Halbmarathon hat Max mir immer wieder gut und ermutigend zugesprochen und nun bin ich an der Reihe, diese Funktion zu übernehmen. Doch Max will sich nicht so recht mitziehen lassen und sagt: „Lauf‘ alleine weiter. Zieh‘ das durch!“ Mir widerstrebt das ein wenig, aber ich laufe weiter. Weit bleibt Max nicht hinter mir und lange lässt er mich auch nicht allein. Es dauerte nicht lange und er läuft wieder auf einer Höhe mit mir mit. Beruhigt und auch gleich etwas motivierter, setzen wir gemeinsam den Lauf fort. Wir wechseln uns nun ab, den jeweils anderen aufzubauen. Wenn ich sage: „Ich kann nicht mehr“, entgegnet Max: „Wir schaffen das!“ und wenn Max sagt: „Ich kann nicht mehr“, dann kommt von mir prompt die Antwort: „Wir schaffen das!“ Doch unser Tempo leidet trotzdem. Besonders, weil wir die letzten beiden Verpflegungspunkte nicht mehr laufend passieren. Wir stoppen, trinken zwei Becher und schöpfen uns mit den Bechern Wasser über den ganzen Körper.

Am Streckenrand heißt es nun: „Noch eineinhalb Kilometer!“ In meinem Leben kamen mir 1.500 Meter nie so weit vor. Ich denke kurz darüber nach, schneller zu werden. Dann schüttel‘ ich diesen abwegigen Gedanken ab und konzentriere mich auf das wohlige Gefühl des nassen Kopftuch-Knotens, der rythmisch kalte Schläge in meinen Nacken verteilt.

Lotti und Christiane stehen etwa 1.000 Meter vor dem Ziel und feuern uns an, noch einmal alles zu geben. Und Max wird tatsächlich schneller. Ich stöhne und versuche, mitzuhalten. Was ist nur in ihn gefahren? Das ist doch noch voll weit! 200 Meter weiter entdeckt Max, dass er fehlgeleitet wurde. Am Wegrand stehen Banner, die das Staffel-Ziel ankündigen; bis zum Marathon-Ziel ist es aber noch ein Stück weiter. Erst, als wir die letzte Kurve passieren und das Ziel sehen, passiert etwas. Ungeahnte Kraftreserven durchfahren den ganzen Körper und die Haut prickelt. Max stößt seinen Spartiaten-Schrei aus, ich lasse mich auch hinreißen und gepeitscht vom Testosteron erlangen wir ungeahnte Geschwindigkeiten. Vor uns ist eine Läufer-Traube und wir müssen uns aufteilen, um den Spurt bis zum Ende durchzuziehen. Ich verliere Max aus den Augen, aber ich höre seinen Jubel und stimme mit ein. Scheiß drauf, was die Leute denken. Mit erhobenen Fäusten überquere ich die Ziellinie, werde langsamer und schaue mich um. Max und ich finden uns wieder und liegen uns glücklich über die gemeinsame Errungenschaft in den Armen. Was für ein Erlebnis!

In meinem Kopf herrscht nun ein Gedanke über alle Handlungen: „Ich brauche Wasser!“ Mit dieser Prämisse stapfe ich los und wundere mich kurze Zeit später, wo Max bleibt. Der war doch gerade noch neben mir. Ich schaue mich um und entdecke ihn: ein Reporter und ein Kameramann sind über ihn hergefallen. Kurz beobachte ich die Situation, dann entschließe ich, dazu zu gehen. Der Reporter fragt, wie ich mich fühle und ich gebe ihm einen kurzen Einblick. „Das ist einfach nur… aah!“: der einzig unvollendete Satz hat es leider ins Fernsehen geschafft. Schade eigentlich. Aber egal. Hier könnt Ihr Euch das Video anschauen.

Nun gilt es, schnell die Verpflegung im Zielbereich zu erreichen. Nach einem erstaunlich langen Fußmarsch erreichen wir diese, trinken an der ersten Station massenhaft Wasser, an der zweiten Station trinken wir ebenso viel Apfelschorle, die Cola-Station lassen wir aus – das bekommt nicht jedem nach dem Laufen -, aber über die Knabber-Station falle ich her. Max scheint den Knabber-Tisch übersehen zu haben, denn er schaut sehr irritiert, als er mich mit einigen Stücken Schoko-Kuchen entdeckt. Aber ich bin ein guter Bruder und gebe ihm zwei Stücke ab.

Wir verlassen den Zielbereich und setzen uns mit einem alkoholfreien Bier an eine Fassade. Nachdem gefühlt der ganze Marathon in der prallen Sonne stattgefunden hat, hätte ich mich über den Schatten im Ziel freuen sollen, doch innerhalb weniger Sekunden ist mir so bitterkalt, dass ich mich nach der Sonne sehne. Max und ich lachen über mein Bibbern, trinken das Bier aus, geben unsere Zeitnahme-Chips ab und begeben uns zu den LKW mit unseren Wechselklamotten. Auf dem Weg dorthin entdecke ich in meinem Finisher-Beutel beglückt ein Schokobrötchen und Brezeln, die ich mir umgehend einverleibe. Max lacht über meinen wiederentdeckten Appetit.

Nachdem wir die nassen Klamotten abgelegt und lange Klamotten übergezogen haben, gehen wir zurück Richtung Ziel. Wir entdecken Jürgen zwischen den angekommenen Läufern und freuen uns, so schnell und einfach in der Menge zueinander gefunden zu haben. Wir begleiten Jürgen zum LKW mit den Klamotten, sitzen kurz zusammen auf der Wiese neben dem neuen Rathaus und genießen die Sonne. Dann machen wir uns wieder auf den Weg zur Strecke, um Heike beim Zieleinlauf anzufeuern.

Bald darauf ist unsere Truppe glücklich wiedervereint. Charlotte und Christiane warten am Treffpunkt bei der Bühne auf uns und haben Pommes – die Pommes sind eigentlich nicht für uns, aber das hält uns nicht wirklich auf. Dann laufen wir Jungs die Strecke bis zum Hotel, um die Beine ein bisschen auszuschütteln. Dort angekommen springt jeder unter die Dusche, packt seine Sachen und gemeinsam verlassen wir das Hotel in Richtung Bahnhof. Beim Bahnhof haben wir am Vortag eine tolle Pommes-Bude entdeckt, die wir nun zielstrebig ansteuern. Bei der Pommes-Bude müssen wir feststellen, dass diese am Sonntag geschlossen ist. Ärgerlich, weil wir uns auf Pommes gefreut haben. Besonders ärgerlich, weil wir auf dem Weg Treppen steigen mussten. Aber keine Sorge: am Bahnhof findet man immer eine geöffnete Pommes-Bude.

Unsere Ergebnisse:

Marathon:

  1. Jan: 03:32:09 Stunden
  2. Max: 03:32:10 Stunden
  3. Jürgen: 03:57:38 Stunden

Halbmarathon:

  1. Heike: 02:33:16 Stunden

Es ist schon wahnsinn. Man trainiert vier Monate für einen Lauf. Bei diesem Lauf verausgabt man sich völlig, geht über weite Strecken auf dem Zahnfleisch und wenn man es geschafft hat, ist man unglaublich euphorisiert. Und plötzlich relativiert sich die ganze Anstrengung und man kann nur ein überschwänglich-positives Resümee geben. Toll! Insofern bleibt mir zum Abschluss auf jeden Fall zu sagen: Lauft einen Marathon! Das macht Spaß!

Sportliche Grüße

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