38. AOK-Winterlaufserie Bremen – Lauf zwei (Max Schlusnus)

Es ist Sonntag, der 04. Februar 2018. Endlich geht das neue Jahr voller Wettkämpfe auch für mich los. Nachdem ich an dem ersten Lauf der Bremer Winterlaufserie im Januar nicht teilnehmen konnte, freut mich das heutige Ereignis umso mehr. Die Serie besteht aus drei Läufen, die sich auf den Zeitraum von Januar bis März erstrecken. Man kann zwischen der kleinen und der großen Serie, aber auch zwischen Einzelläufen verschiedener Distanzen wählen. Bei der kleinen Serie sind drei 10-km-Läufe angesetzt. Wählt man die große Serie, so steht im Januar ein 10-km-Lauf an, gefolgt von 15 km im Februar und 20 km im März.

Papa, Jan und ich sind (natürlich) für die große Serie angemeldet. Manch einer sagt, dass wenn man die Zeiten der drei Läufe addiert, man eine realistische Marathonzeit für die kommende Wettkampsaison bekommt.

Mal nachrechnen:

2017:

  1. Lauf: 00:42:19 Std
  2. Lauf: 01:05:30 Std
  3. Lauf: 01:29:46 Std

03:17:35 Std wäre also meine theoretisch mögliche Marathonzeit für 2017 gewesen. Naja, im Endeffekt habe ich gut 20 Minuten länger gebraucht, aber Motivation gibt dieser grobe Richtwert schon.

Aber nun wieder zu 2018!

Es ist Sonntagmorgen. Heute findet der zweite Lauf der Bremer Winterlaufserie statt. Nachdem ich gefrühstückt, meine sieben Sachen gepackt und alle Rituale, die zu einem guten Morgen und zu einem Morgen vor einem Wettkampf gehören, erledigt habe, geht es los. Ich fahre natürlich pünktlich und voller guter Laune nach Stuckenborstel um die anderen Schlusnüsse einzusammeln. Wir drei Jungs werden heute von Mama und Charlotte begleitet. Sie wollen uns unterstützen.

Nachdem auch in Stuckenborstel alle fertig sind und Fritzchen – unser Hund – noch einmal nach draußen konnte, fahren wir Richtung Bremen. So früh morgens sind die Straßen noch frei und wir kommen gut durch.

In Bremen angekommen steigt langsam die normale „Vor-Wettkampf-Nervosität“ und man fragt sich, wie fit man eigentlich ist oder ob man überhaupt laufen kann. Natürlich kann man laufen, man kann immer laufen!

Wir ziehen uns draußen im Schnee um und laufen uns etwa zwei Kilometer ein. Es fühlt sich alles schon etwas runder an. Nun aber auf zur Startlinie. Es wird runter gezählt und ZACK, es läuft los. Drei Runden durch den schönen Bremer Bürgerpark wollen absolviert werden. Im Startgetümmel verlieren wir Schlusnüsse uns prompt aus den Augen. Gerade frage ich mich, wie Jan es geschafft hat, so schnell einen so großen Vorsprung aufzubauen, da schließt er auf einmal zu mir auf. Er ist nicht besonders gut an ein paar langsameren Läufern im Startbereich vorbei gekommen und zieht nun dezent schimpfend an mir vorbei. Typisch. Vor dem Lauf fragte ich Papa und Jan, was für eine Pace sie heute laufen wollen. Ich bekam Antworten wie: „Ich hoffe, ich schaffe heute einen Schnitt von 5:00 min/km.“ (Papa) oder „Wenn ich schneller als 4:30 min/km bin, dann bin ich zufrieden“ (Jan). Dass das untertrieben war, habe ich mir schon gedacht und als Jan noch vor Kilometer eins an mir vorbei donnert, wurde es mir auch bewiesen. Egal, ich freue mich für ihn und laufe mein Tempo weiter. Ich bin mir ziemlich sicher, dass es bei Papa auch gut läuft.

Während der ersten Kilometer finde ich schnell eine Pace, die für mich heute haltbar scheint. Mein Ziel für den Lauf ist eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 4:20 min/km und trotz der gut gefüllten Strecke bin ich stets ein paar Sekunden unter meiner Vorgabe.

Gefühlt ist die erste Runde sehr schnell vorbei. Man ist damit beschäftigt eine gute Linie zu laufen und an manch einer Stelle nicht auf die Nase zu fallen, da es zwischendurch sehr glatt ist. Letzte Nacht hat es geschneit und draußen ist es immer noch kalt (um die 0°C). An einer der kritischsten Stellen stehen Mama und Charlotte. Ich nehme sie gar nicht wahr, denn genau hier komme ich ziemlich ins Schliddern. Aber die Organisatoren haben die Gefahr schon erkannt und sind aktiv; Utz Bertschy, der Veranstalter höchstpersönlich, streut in der glatten Kurve Sägemehl.

Nach etwa 5,2 km geht es in die zweite Runde. Ich bin sehr darauf bedacht, nicht zu früh Gas zu geben und laufe meine Pace ziemlich konstant weiter. Es sind viele Läuferinnen und Läufer auf der Strecke, sodass man immer jemanden vor sich hat, den man einholen und überholen möchte. Auch diese Runde geht gefühlt sehr schnell um und ich fühle mich noch sehr frisch. Ich beschließe, mein Tempo anzuziehen und die letzte Runde Gas zu geben. Das klappt auch super: ich schaffe es, meine Zeit aus der zweiten Runde um satte 32 Sekunden zu unterbieten. Das entspricht im Schnitt gut sechs Sekunden pro Kilometer.

Im Ziel trinke ich erst einmal ein paar Becher schön heißen und süßen Tee. Schnell finde ich Jan, der sich mit Ronald, unserem Sportschuh-Verkäufer des Vertrauens, unterhält. Wir schnacken über unsere Läufe und Zeiten und sind wieder einmal sehr euphorisiert. Bald erreicht auch Papa das Ziel. Auf der Zielgeraden liefert er sich ein knallhartes Spurtduell mit seinem Laufkumpel Harald. Beim Überqueren der Ziellinie ist Harald einen Schritt vor ihm, aber nach Wertung der Nettozeit hat Papa die Nase vorn.

Insgesamt können wir folgende Ergebnisse für den Lauf verbuchen:

Jan:   25. Platz

  1. Runde: 21:41 min
  2. Runde: 21:35 min
  3. Runde: 21:14 min

Gesamt: 01:04:30 Std

Max:   38. Platz

  1. Runde: 22:18 min
  2. Runde: 22:33 min
  3. Runde: 22:01 min

Gesamt: 01:06:51 Std

Papa:   81. Platz

  1. Runde: 24:28 min
  2. Runde: 24:39 min
  3. Runde: 24:06 min

Gesamt: 01:13:12 Std

Nach dem Lauf schnappt sich jeder noch schnell einen Becher heißen Tee und dann gehen wir zum Auto zurück. Alle ziehen sich wieder warme Sportklamotten an. Immerhin müssen wir uns noch auslaufen. Wir traben im gemütlichen Tempo eine weitere Runde durch den Bürgerpark, treffen noch ein paar Läufer auf der Strecke – einige wenige sind noch im Rennen und werden von uns angefeuert, die meisten laufen sich aber ebenfalls aus – und unterhalten uns über den just absolvierten Lauf und über die vor uns liegenden Trainingsläufe.

Die Winterlaufserie ist eine sehr schöne Laufveranstaltung in Bremen, die von vielen Menschen unserer Region genutzt wird, um sportlich in das Jahr zu starten, gemeinsam gegen den Winterblues vorzugehen oder auch einfach schon mal wieder richtig Gas zu geben. Wir sind jedes Jahr dabei und werden es mit Sicherheit auch weiterhin so halten.

Ich freue mich schon jetzt auf den März, wenn der dritte Lauf der Serie ansteht.

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