Jahresrückblick 2017 (Jan Schlusnus)

Der Silvester-Lauf ist absolviert, das Laufjahr ist vorüber. Wir Schlusnüsse blicken zurück auf ein ereignisreiches Jahr mit allem, was dazu gehört: Höhen, Tiefen, Schmerzen, vielen Herausforderungen, sehr vielen Wettkämpfen, tollen Bekanntschaften, einer Menge Training und einem riesigen Haufen neuer Träume und Ziele für das nächste Jahr.

 

Januar

Der Januar war für mich ein schwieriger Monat. In 2016 hatte ich mit einer Knieverletzung zu kämpfen und im Laufe dieser Verletzung habe ich meine läuferische Fitness nahezu vollständig eingebüßt. Für mich galt es zum Jahresbeginn daher, vorsichtig wieder ins Laufen zu finden und mich nicht gleich zu übernehmen. Drei bis vier mal die Woche habe ich meine Laufschuhe auf läppischen Distanzen zwischen drei und zehn sehr langsamen Kilometern ausgeführt. Trotzdem sammelten sich so 106 Kilometer. Auch Max war gezwungen, sich laufend zurückhaltend zu geben. Dies war seinem Studium geschuldet. Er sammelte knapp 125 Kilometer. Jürgen war da ein wenig flotter und weiter unterwegs. 253 Kilometer konnte er am Monatsende verbuchen.

Wettkampftechnisch hielt der Januar den ersten Lauf der Bremer Winterlaufserie bereit. Hieran nahmen nur Max und Jürgen teil. Allerdings wurde der Lauf über zehn Kilometer nicht gewertet… man sorgte sich um die Streckenverhältnisse. Der Veranstalter, Utz Bertschy, war hier ein bisschen übervorsichtig. Schade für uns Schlusnüsse, denn die Zeiten konnten sich für uns sehen lassen. Max absolvierte die Distanz in 42:20 Minuten und Jürgen schaffte es in 45:30 Minuten (dazumal übrigens Jürgens Bestzeit im aktuellen Läuferleben; so schlimm kann die Strecke nicht ausgesehen haben).

 

Februar

Auch im Februar verhielt ich mich läuferisch noch zurückhaltend. Vorsichtig optimistisch durch die zunehmende Schmerzfreiheit erhöhte ich aber die Wochenkilometer und konnte mich so am Monatsende über knapp 115 Kilometer freuen. Jürgen und Max starteten hingegen voll in die Marathon-Vorbereitung und erhöhten munter weiter ihre Distanzen. Max erreichte 237 Kilometer und Jürgen freute sich über 274 Kilometer im Februar. Besonders bemerkenswert ist hierbei ein Trainingslauf der Beiden: Am 19. Februar liefen sie in Vorbereitung des Marathons und auch schon der Harzquerung einen knapp 55 km langen Teilabschnitt des Wümme-Radwegs. Um genau zu sein: von Fintel bis nach Wümmingen und dann die restlichen 6 km nach Stuckenborstel.

Viele Wettkämpfe konnte der zweite Monat des Jahres uns auch nicht bieten und so traten Max und Jürgen – wieder alleine; im Wettkampfmodus kann ich mich nicht bremsen und der Vernunft halber meldete ich mich gar nicht erst an – zum zweiten Teil der Winterlaufserie an. Die 15 Kilometer wurden souverän aus dem Marathon-Training in einer 4:22er- (Max) und 4:39er-Pace (Jürgen) gelaufen.

 

März

Der dritte Monat des Jahres brachte typischerweise allmählich wieder Leben in die Welt und so belebte es auch unsere Laufrunden. Beflügelt vom erwachenden Frühling  erreichte Max beeindruckende 288 Kilometer, Jürgen knüpfte mit 254 Kilometern an seine hervorragende Monatsbilanz an und ich erhöhte auf 149 Kilometer. Am 19. März drehten Max und Jürgen – wieder in Vorbereitung auf die Harzquerung Ende April – sieben Runden am Wilseder Berg; sieben mal rauf und wieder runter. Insgesamt sammelten sie so 964 Höhenmeter und etwas mehr als 27 Kilometer

Der März bot uns immerhin zwei Wettkämpfe: den Abschluss der Winterlaufserie in Bremen und einen wie immer sehr stimmungsvollen Lauf in Oldenburg. Bei Letzterem gab ich auch endlich mein Wettkampf-Debüt 2017. Beim offiziell vermessenen Straßenlauf in Oldenburg konnte Jürgen seine zehn-Kilometer-Bestzeit noch einmal auf 45:10 Minuten verbessern. Max schaffte hervorragende 40:59 Minuten und auf meine 41:50 Minuten bin ich auch sehr stolz.

 

April

Dieser Monat bot für Max und Jürgen das lang ersehnte Vorbereitungsziel: den Hannover-Marathon. Aber auch darüber hinaus war es ein sehr spannender Monat. Auch für Jürgen, der lauftechnisch bereits sehr viel erlebt hat, gab es hier eine ganz neue Erfahrung. Den ersten Ultra-Marathon-Wettkampf. Die Harzquerung 2017 war eine besondere Herausforderung, insbesondere im Hinblick auf den gerade erst absolvierten Marathon. Aber die 51 Kilometer wurden von Beiden in einem gemeinsamen Lauf über fast sechs Stunden gemeistert. Auch Monate später wurde noch von dieser besonderen Lauf-Atmosphäre geschwärmt.

Während Max und Jürgen zwei Wettkämpfe absolvierten, knüpfte ich nach zwei-monatigem Training an meine Leistungen vom Vorjahr an. Erstmals konnte ich wieder 25 Kilometer am Stück laufen.

 

Mai

Jürgen und Max starteten die Wettkampf-Saison ordnungsgemäß im April. Ich startete mit einer kleinen Verspätung einen Monat darauf. Hier erwarteten uns der beliebte Sottrumer Abendlauf – eine absolute Pflichtveranstaltung, zumal Jürgen einer der Initiatoren war – und der kultige Lauf in Wilstedt „Wilstedt bei Nacht“.

In Sottrum war neben uns drei Männern auch Charlotte am Start. Sie lief die fünf Kilometer, während wir beim zehn-Kilometer-Rennen an den Start gingen. Doch die große Belastung der vergangenen Wochen – ein Marathon und ein Ultra-Marathon im echten Mittelgebirge – gingen an Max und Jürgen nicht spurlos vorüber und so konnten sie an ihre bisherige Bestzeit-Jagd des Jahres nicht anknüpfen. Mein Rennen beim Sottrumer Abendlauf war dagegen durchaus erfolgreich, wenn ich mein erklärtes Ziel auch um fünf Sekunden verfehlte. Trotzdem: mit den 40:04 Minuten war ich sehr zufrieden. Besonders im Hinblick auf die strapaziöse Vorbereitungszeit.

Sehr viele Läufer zieht es im Mai nach Wilstedt und so auch die ganze Schlusnus-Bande. Bei diesem Lauf waren wir zu fünft vertreten. Christiane und Charlotte hatten viel Spaß auf der fünf-Kilometer-Strecke. Jürgen und Max liefen noch vor einer Woche ihren ersten sechs-Stunden-Lauf und entsprechend ausgelaugt waren sie bei diesem Event. Jürgen, der mit Schmerzen zu kämpfen hatte, genoss die Stimmung an der Strecke und lief mit einer gemütlichen Zeit von 49:20 Minuten ins Ziel. Max und ich liefen über große Strecken zusammen, aber kurz vor Ende fiel er zurück. Doch auf der Zielgeraden biss er die Zähne noch einmal zusammen und schließlich liefen wir gemeinsam nach 40:24 Minuten über die Ziellinie.

 

Juni

Nach den erfolgreichen ersten Monaten des Jahres, galt es für Max und Jürgen im Juni einen Gang zurück zu schalten und sich etwas Erholung zu gönnen. Wettkämpfe sind wir in diesem Monat keine gelaufen und die Trainingsumfänge wurden von Beiden ein bisschen herunter geschraubt. Ich hatte natürlich noch immer einen herben Rückstand und so steigerte ich weiter vorsichtig aber beharrlich meine Laufleistung.

 

Juli

Irgendwann zur Jahresmitte fasste Jürgen einen Entschluss: noch in diesem Jahr wollte er einen 100-Kilometer-Lauf absolvieren. Für dieses Debüt wählte er den berühmten 100-Kilometer-Punkt-zu-Punkt-Lauf „Taubertal 100“ Anfang Oktober. Natürlich galt es dafür, extrem viel zu trainieren. Der sechs-Stunden-Lauf in Bünde passte hier ganz hervorragend in seinen Vorbereitungsplan und auch Max ließ sich nicht zwei Mal bitten. Jürgen konnte sich bei diesem Lauf leicht verbessern (57,72 Kilometer), während Max unterwegs mit einigen Problemen zu kämpfen hatte. Doch Max blieb unserem Motto treu und gab bis zum Signalton am Ende nicht auf. Schließlich schaffte er trotz der Probleme 51,06 Kilometer.

Zur Mitte des Monats starteten wir zu dritt beim zehn-Kilometer-Lauf in Klein Meckelsen. Hier führte Max das Schlusnus-Lauffeld an.

Unbedingt erwähnenswert ist unser Trainingslager Ende Juli. Hier haben wir ein Wochenende im Harz verbracht und waren dort zwei Mal täglich laufen. Der krönende Abschluss des 76 Kilometer umfassenden Ausflugs war die laufende Besteigung des Brockens über den Heinrich-Heine-Weg von Ilsenburg… natürlich inklusive Abstieg. Ein wunderschönes Erlebnis, das wir in 2018 wiederholen wollen.

 

August

Durch die vielen Laufveranstaltungen und -Fortschritte euphorisiert, eroberte das Thema Laufen immer mehr Bereiche unseres Alltags. Jürgen, der sich besonders hartnäckig in Hobbys verbeißen kann, präsentierte uns eines Tages seine neueste Entdeckung: einen YouTube-Lauf-Kanal namens „Laufen in Dortmund„. Hier zeigt uns Frank Pachura, der Macher des Kanals, in sehr schön geschnittenen und kommentierten Videos einzelne Läufe, an denen er selbst mit Kamera teilnimmt. So entdeckten wir auch den Landschaftslauf „Panoramalauf rund um die Burg Are„, der uns mit wunderschönen Pfaden durch Wälder und Weinberge sofort in seinen Bann zog.

Und so kam es, dass wir im August bei eben jenem Lauf auch an den Start gingen. Max und Jürgen waren für die volle Distanz über 52 Kilometer gemeldet. Ich blieb weiter vorsichtig und lief die ebenfalls sehr sehenswerte Strecke über 16 Kilometer. Es ist eine wirklich tolle und sehr familiäre Laufveranstaltung, die wir auch in 2018 wieder besuchen möchten.

 

September

Das erste September-Wochenende war ein wunderschönes Lauf-Wochenende. Am Sonnabend lief Max in Kirchlinteln bei einem Wald-und-Wiesen-zehn-Kilometer-Lauf. Jürgen, Charlotte und ich begleiteten ihn. Für Max sollte es eigentlich bloß ein gemütlicher Lauf werden, doch am Ende schaffte er es tatsächlich in der Männer-Hauptklasse auf’s Treppchen. Das wurde natürlich honoriert und so blieben wir zur Siegerehrung und knüpften tolle neue Kontakte.

Einen Tag später gab es dann auch gleich ein Wiedersehen: beim Lesmona-Halbmarathon in Bremen-Nord traf sich die ganze Läufergemeinschaft. Auch wir Schlusnüsse gingen hier zu dritt an den Start. Bei knallendem Sonnenschein und blauem Himmel hechelten wir die Wendepunkt-Strecke. Kurz fühlte ich mich unbesiegbar und preschte mit einem Wahnsinns-Tempo an die Spitze unseres Trios, doch der Übermut wurde schnell von ziemlich fiesen Seitenstichen gebremst. Nach 500 Meter Gehpause war Max längst nicht mehr erreichbar, aber an Aufgeben war trotzdem nicht zu denken. Max schloss das Rennen mit einer beeindruckenden Zeit von 1:35:02 Stunden ab, gefolgt von mir mit immerhin 1:36:45 Stunden. 1:41:28 Stunden zeigte die Uhr beim Zieleinlauf von Jürgen, was ebenfalls eine super Zeit ist.

Kurz nach diesem Lauf nahm übrigens erstmals jemand über unseren Blog Kontakt zu uns auf. Zwei Sachen stellte ich daraufhin fest: „toll, dass Jürgen diesen Blog ins Leben gerufen hat“ und „unser Blog wird gelesen, wir sollten mehr schreiben„!

 

Oktober

Die Saison neigt sich dem Ende zu. Aber das Saison-Ende hatte es noch einmal in sich! Und zwar für alle von uns. Max entschied sich spontan, beim Marathon in Bremen teilzunehmen. Er schüttelte dort locker-flockig und ohne Training die 42,195 Kilometer in 4:03:46 Stunden aus dem Ärmel. Respekt! Ab Kilometer 15 begleitete ich ihn laufend und sorgte dafür, dass er sich vom Applaus der Zuschauer nicht zu sehr beschleunigen ließ.

Eine Woche später war Jürgens großer Lauf-Meilenstein gekommen. Die Teilnahme beim „Taubertal 100“. Für alle Teilnehmer war dies eine ganz besondere Erfahrung und im Ziel lagen sich Läufer stolz und mit Tränen in den Augen in den Armen. Alle Finisher wurden zu Lauf-Rittern geschlagen. Und wer uns mal bei einem Wettkampf trifft, der bekommt von Jürgen bestimmt stolz den 100-Kilometer-Sportbeutel präsentiert: „den habe ich bei meinem 100-Kilometer-Lauf bekommen!“

Mein Saison-Abschluss wurde von der Erfüllung meines Jahreslaufziels gekrönt. Beim Oldenburger City-Lauf lief ich die zehn Kilometer endlich in unter 40 Minuten. Und zwar deutlich. 39:06 Minuten sind nun meine Bestzeit auf zehn Kilometer.

 

November

Nach Abschluss der eigentlichen Laufsaison, genehmigte ich mir zweieinhalb lauffreie Wochen. Um gar nicht erst in Versuchung zu geraten, blieb meine Laufausrüstung Zuhause, während ich mit AIDA die kanarischen Inseln und Madeira unsicher machte. Sportlich anspruchsvoll war dieser Urlaub trotzdem, allerdings wurde vermutlich jedweder Trainingseffekt in Weizenbier ertränkt.

Nach meiner Rückkehr nahmen Jürgen, Max und ich erstmals gemeinsam an einem sechs-Stunden-Lauf in Harsefeld teil. Was für mich eigentlich bloß ein entspannter Tag an der Laufstrecke mit gelegentlich einer kleinen Laufrunde werden sollte, entwickelte sich erst schleichend und dann mit einer faszinierenden Vehemenz zu einem ehrgeizigen Wettkampf. Erster Marathon: check! Erster Ultra-Marathon: check! Nach sechs Stunden befanden sich 52,73 Kilometer auf meinem Laufkonto. Jürgen und Max bewiesen noch mehr, dass unser Motto „Don’t give up ‚til it’s over“ Programm ist. Beide knackten die 60 Kilometer und setzten sogar noch 840 Meter oben drauf. Während der letzten Runden ließ Jürgen seine beiden Söhne alt aussehen und siegte bei diesem Wettkampf souverän. Seinen Beinamen Jürgen „Eisenhart“ Schlusnus hat er sich redlich verdient. Wir sind stolz auf Dich, Papa!

 

Dezember

Der letzte Monat des Jahres läutete den Beginn unserer Wettkampf-Vorbereitung für das nächste Jahr ein. Am Monatsanfang prüften wir unseren Leistungsstand mithilfe des Cooper-Tests. Einen Tag nach diesem Lauf gab es für mich im Training leider einen kleinen Dämpfer und seither kämpfe ich wieder mit ein paar Gelenkproblemen… Aber da hilft kein Jammern und kein Klagen. Die Probleme werden wie zu Beginn des Jahres rausgelaufen und dann wird wieder durchgestartet.

Zum Jahresabschluss waren Max, Jürgen und ich beim Silvester-Lauf in Stuhr-Fahrenhorst am Start. Normalerweise halte ich nichts von der blödsinnigen Formulierung „Guten Rutsch ins neue Jahr“, aber bei diesem Silvester-Lauf war das auf jeden Fall zutreffend. Mit einem Lachen im Gesicht rutschten wir über die schlammige Laufstrecke aus dem Laufjahr 2017 in das Laufjahr 2018!

 

Insgesamt sind wir in 2017 übrigens stolze 7.368 Kilometer gelaufen. Hiervon entfällt der Bärenanteil auf Jürgen, der fantastische 3.130,9 Kilometer unterwegs war. Aber auch das Ergebnis meines Bruders kann sich mit 2.235,6 Kilometern sehen lassen. Und im Hinblick auf den schwierigen Jahresstart bin ich mit meinen hart erkämpften 2.001,5 Kilometern sehr zufrieden.

Wir freuen uns auf eine wunderschöne Zeit mit all Euch Läufern da draußen.

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