Die Tücken der Gesellschaft (Jan Schlusnus)

Unter jungen Menschen wird nicht all zu selten über unsere Leistungsgesellschaft geschimpft. Viele streben heutzutage eine mordsmäßige Laufbahn an, wollen das ganz große Geld verdienen und sich selbst verwirklichen. Dafür muss man natürlich klug und fleißig sein. Ohne Studium geht gar nichts. Da nun aber wirklich jeder junge Mensch eine Universität besucht, ist auch jeder Studiengang überlaufen. Und um mit dem Abschluss eine vernünftige Arbeit zu finden, sollte sich dieser schon von der Masse abheben. Also heißt es lernen, lernen und nochmal lernen.

Dann gehört es natürlich auch zum guten Ton, dass man ein möglichst ausgefallenes, individuelles Privatleben führt. Ein WG-Zimmer im angesagtesten Viertel, jeden Tag eine andere Küche ausprobieren – thailändisch, indisch, chinesisch, japanisch und unbedingt auch mal afrikanisch… da sitzt man beim Essen auf dem Boden; was ganz besonderes – und jedes Wochenende mit den etwa 1.000 Freunden etwas unternehmen… Noch Fragen, warum so viele Studenten kurz vor dem Burn-Out stehen? Aber ich schweife ab.

Worauf ich mit dieser Einleitung eigentlich hinaus möchte: nicht nur auf Studenten wirkt sich die Leistungsgesellschaft aus. Auch im normalen Berufsleben wird es immer selbstverständlicher, dass der Arbeitnehmer vollen Einsatz für seine Arbeit zeigt. Tut man es nicht – so fürchtet man -, wird man bald durch jemanden ersetzt, der mehr zu bieten hat. Fand ich bisher gar nicht so blöd; ich schimpfe zwar viel über meine Arbeit, mag sie doch aber auch ungemein und bin gerne mit vollem Einsatz unterwegs. Was mich aber nun an dieser Entwicklung stört – es fiel mir in diesem Jahr das erste Mal auf -, ist die Quote der erkältet bei der Arbeit erscheinenden Arbeitnehmer. Mitunter kamen mir die letzten Wochen vor, als arbeite ich in einer Tuberkulose-Kolonie. Es wird qualvoll gehustet, leidende Gesichter wohin das Auge blickt, selbst die Hippster-Schalträger tragen jetzt einen richtigen, wärmenden Schal… und zwischen all den lebenden Leichen: ich. Gesund, munter und verärgert, dass sie alle in meine Richtung husten.

Was kann man also tun, um nicht auch Teil der „Walking Dead“-Belegschaft zu werden? „An apple a day…“ Kennt jeder. Macht aber kaum einer. Viele Menschen sehe ich, wie sie Vitamin-C-Pastillen lutschen oder sich täglich eine Vitamin-C+Zink-Tablette genehmigen. Eine Zeit lang habe ich das auch gemacht. Aber abgesehen davon, dass die Dinger nicht besonders lecker sind, ist mir die Einnahme einer hochkonzentrierten Vitamin-Dosis doch mittlerweile einigermaßen suspekt.

Da ich davon ausgehe, dass allgemein bekannt ist, wofür der Körper Vitamin-C und Zink benötigt und warum die tägliche Zufuhr wichtig ist, gehe ich auf diesen Punkt nicht all zu sehr ein. Nur so viel: weder Vitamin-C noch Zink können vom Körper selbst hergestellt werden (also müssen wir es täglich zu uns nehmen) und sie erfüllen wesentliche Aufgaben – unser jetziger Fokus: sie stärken und unterstützen das Immunsystem.

Wer also sein Immunsystem für die Belagerung fit machen möchte und dabei gerne auf natürliche Zutaten zurückgreifen will, der greift zum Apfel. Ich bin mittlerweile dazu übergegangen, den wertvollen täglichen Apfel mit weiteren Zutaten zum „After-Workout“-Shake zu verarbeiten.

Dazu braucht es eigentlich nicht viel: ein kleiner Standmixer mit wenigstens 600ml Fassungsvermögen genügt. Wer keinen Standmixer hat, kann auch auf eine Schüssel und einen Stabmixer zurückgreifen. Standmixer find‘ ich aber sehr komfortabel und dank des Smoothie-Wahnsinns im letzten Jahr gibt’s die Dinger auch zu erschwinglichen Preisen. Ein Hoch auf die Hippster-Bewegung.

Was brauchen wir noch?

  • den eingangs erwähnten Apfel (ca. 165 g)
  • eine Kiwi (ca. 70 g)
  • einen Esslöffel geschrotete Sonnenblumenkerne (ca. 8 g)
  • einen Esslöffel geschrotete Leinsamen (ca. 8 g)
  • Magerquark (75 g)
  • Mandelmilch (50 g)
  • Orangensaft (100 g)
  • Mangosaft (150 g)
  • Agavensirup (ca. 15 g)

Die Zubereitung ist kein Hexenwerk. Den Magerquark fülle ich zuerst in den Mixer; so verteilt er sich besser im fertigen Getränk und klebt nicht oben am Glas. Die restlichen Zutaten werden in verarbeitbare Brocken geschnitten und in den Mixer gegeben. Wer mag, kann noch vier Teelöffel gequollene Chia-Samen hinzufügen. Angeblich sind die eine tolle Sportler-Nahrung; reich an Omega-3-Fettsäuren, darmregulierend und geben ihren Brennwert über einen langen Zeitraum konstant ab, was eine stete Energiezufuhr bedeutet. Ich spüre keinen Unterschied.

Die Zutaten werden dann gemixt, bis eine stückfreie, trinkbare Flüssigkeit entstanden ist. Und wen es interessiert – nachfolgend die Nährwertangaben zum Getränk:

  • Brennwert: 445 kcal / 1.864 kJ
  • Eiweiß: 15,7 g
  • Kohlenhydrate: 72,4 g
  • Fett: 8,4 g
  • Ballaststoffe: 8,9 g
  • Vitamin B1: 0,22 mg (entspricht ca. 18,4 % der empfohlenen Tageszufuhr)
  • Vitamin B2: 0,20 mg (entspricht ca. 14,6 % der empfohlenen Tageszufuhr)
  • Vitamin B6: 0,19 mg (entspricht ca. 12,4 % der empfohlenen Tageszufuhr)
  • Vitamin C: 99,6 mg (entspricht ca. 90,6 % der empfohlenen Tageszufuhr)
  • Vitamin E: 4,7 mg (entspricht ca. 33,5 % der empfohlenen Tageszufuhr)
  • Magnesium: 85,5 mg (entspricht ca. 24,4 % der empfohlenen Tageszufuhr)
  • Zink: 0,9 mg (entspricht ca. 9 % der empfohlenen Tageszufuhr)

Wer die Chia-Samen hinzufügt, nimmt außerdem etwa 0,5 g Omega-3-Fettsäuren zu sich, was etwa 16,7 % des Tagesbedarfs deckt.

Den Restbedarf an Vitamin-C sollten selbst nicht-ernährungsbewusst lebende Menschen über die übrigen Mahlzeiten des Tages abdecken können. Schwieriger steht es um den Restbedarf an Zink – besonders für Vegetarier. Zink ist vorwiegend in Schalentieren, Hülsenfrüchten, Eiern, Fleisch- und vereinzelt auch in Milchprodukten enthalten. Auch kritisch: Zink aus pflanzlichen Quellen ist für den Körper schwieriger aufzunehmen als Zink aus tierischen Quellen.

Aber wir schaffen das schon. Vor lauter Vitaminen und Zink sollte man natürlich die Bewegung nicht vergessen. „To run every day keeps the doctor away.“ Oder irgendwie so. Munter bleiben. Prost.

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